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30. April 2020

Events nach Corona: Können „Online Events“ „reale Events“ ersetzen? Ein klares NEIN!

By Thomas Kenyeri In Allgemein with Kommentare deaktiviert für Events nach Corona: Können „Online Events“ „reale Events“ ersetzen? Ein klares NEIN!

Online Events sind gerade durch Zoom, Microsoft Teams oder Houseparty zu einem Standard oder sogar Hype geworden. Was vor zwei Monaten noch undenkbar war, ist durch Corona Realität geworden, nämlich dass Meetings, Schulungen, Business Events einfach von zu Hause aus via Online-Tools umgesetzt werden. Keine Reisekosten, keine Anreisezeit, gemütliche Jogginghose – auf den ersten Blick bringt das nur Vorteile!

Doch können „Online Events“ „reale Events“ wirklich ersetzen? In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, warum das meiner Meinung nach nicht möglich ist. Die Urinstinkte des Menschen stehen uns dabei im Weg.

Wer hätte sich das vor zwei Monaten gedacht, dass wir alle gemeinsam zu Hause sitzen und 4-5 Stunden am Tag Videokonferenzen machen. Also ich nicht. Ich predige zwar seit drei Jahren, wie sich Online Meetings und virtuelle Konferenzen in Zukunft entwickeln werden, aber dass es über Nacht Realität wird, mit dem hätte ich nicht gerechnet.

Doch wollen wir das eigentlich? Wollen wir via Bildschirm mit unseren Arbeitskollegen Meetings abhalten? Wollen wir mit unseren Freunden ein virtuelles Bier trinken? Wollen wir immer am gleichen Fleck sitzen, ohne einen Ortswechsel zu machen? Viele Fragen, die wahrscheinlich jedem von euch in den letzten Tagen in den Sinn gekommen sind.

Rudeltiere

Wir sind Rudeltiere

Von der Grundorganisationsform her ist der Mensch ein Rudeltier. Rudeltiere unterscheiden sich von Schwarmtieren, dass sie eine klare Organisation mit Alphatieren, Betatieren usw. haben und von staatbildenden Insekten, dass die Körperform bei Rudeltieren gleich ist.

Doch was hat das alles mit Events zu tun? – Im Urinstinkt eines Rudeltieres liegt es, dass es vom sozialen Nutzen der Gemeinschaft lebt. Die Tiere spielen den ganzen Tag miteinander, matchen sich gegeneinander, kuscheln sich zusammen und versuchen von den älteren Rudelmitgliedern so viel es geht zu lernen. Sie versuchen also für sich einen kognitiven Nutzen zu generieren.  Interessant ist, dass z.B. bei Wölfen jedes Rudel ein Teammitglied hat, welches für die Aus- und Weiterbildung der Jungen zuständig ist. Dieses Rudelmitglied versucht, den Jungen spielerisch und liebevoll neue Tricks beizubringen. Somit wird für die Rudelmitglieder ein emotionaler Nutzen generiert.

Daraus ergeben sich nun genau drei essenzielle Nutzen, die nicht nur bei der Ausbildung von Rudelmitgliedern wichtig sind, sondern auch für Events. Menschen, die auf Events gehen, erwarten sich folgende Nutzen:

 

Der soziale Nutzen

Der soziale Nutzen ist einer der wichtigsten bei Menschen. Menschen wollen andere Menschen treffen, sich mit ihnen austauschen, Smalltalken, Geschichten erzählen, über aktuelle Themen philosophieren oder einfach nur neue Menschen kennen lernen. Die Sexualität ist ein Urinstinkt, die nur bei realen sozialen Treffen wirklich ausgelebt werden kann. Dieser soziale Nutzen ist bei „Online Events“ relativ gering.

 

Der emotionale Nutzen

Der emotionale Nutzen ist ein besonderes Merkmal von Events. Er ist ein ganz wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Marketing gegenüber klassischer Werbung. Events können Menschen am Herz treffen. Eine berührende Rede, eine emotionale Musik oder eine einprägsame Kunstinszenierung bleiben ewig in Erinnerung. Solche emotionalen Momente erzeugen Bilder bei uns im Kopf, die nachhaltig wirken. Es ist ein wichtiger Grund, warum Online Events auf Dauer nicht erfolgreich sein können. Denn dort fehlt dieser emotionale Moment, den ich online nie so transportieren kann wie live. Denkt mal an ein Fußballspiel, das ihr zu Hause am Fernseher angesehen habt und dann denkt an diesen einen Moment im Finale eines wichtigen Spieles, wo ihr mitten im Stadion mit euren Freunden gesessen seid. Dieser Moment wird niemals digitalisierbar sein.

 

Der kognitive Nutzen

Der dritte Nutzen von Events ist das Bedürfnis, etwas zu lernen. Viele Eventplaner vergessen auf diesen Nutzen. Sie organisieren Events, die super inszeniert sind, und Menschen ein gutes Essen angeboten haben. Doch Menschen wollen etwas mit nach Hause nehmen. Sie wollen nach dem Event intelligenter als vorher sein. Da haben Online Events auf jeden Fall keinen Nachteil. Zoom Meetings können schnell und einfach Informationen zu Produkten oder Dienstleistungen transportieren.

Mehrdimensionale Nutzungsräume bieten nur reale Events

Wenn man diese drei Nutzen kombiniert, spricht man von einem mehrdimensionalen Nutzungsraum. Je ausgeprägter diese einzelnen Nutzungsräume sind, desto intensiver nimmt der Teilnehmer den Event war.

Bei Online Events ist nur der kognitive Nutzen stark ausgeprägt. Der soziale und emotionale Nutzen ist eher gering. Aus diesem Grund werden reale Events auch in Zukunft ganz wichtig für Menschen sein und von Online Events nicht abgelöst.

Aus technologischer Sicht werden immer mehr Tools entwickelt, die versuchen, diese Nutzen zu simulieren. Unter dem Synonym virtuelle Events gibt es Tools wie meetyoo oder meetingvr, die schon in eine wirklich gute Richtung gehen. Auch im Endkonsumenten-Bereich gibt es Plattformen wie melodyvr, die es ermöglichen, bei Livekonzerten via VR Brille zuhause im Wohnzimmer dabei zu sein. Alles tolle Ideen, doch eines werden diese Tools nie ersetzen:

Das Bedürfnis,
…gemeinsam zu feiern,
…gemeinsam Spaß zu haben,
…gemeinsam neue Leute kennen zu lernen,
…gemeinsam betrunken mit dem Taxi nach Hause zu fahren,
…gemeinsam Geschichten zu erzählen
und sich einfach mal wieder in den Arm zu nehmen.

Wir lieben Events und werden auch weiterhin Events veranstalten. Sowohl Online als auch Offline.

Zum Autor:
Schon vor seinem Eventmanagement Studium hat Thomas Kenyeri mit 17 Jahren die ersten Snowboardevents in Österreich organisiert. Als Marketingleiter bei Österreichs größtem Jugendreiseveranstalter Splashline hat er bereits vor über 10 Jahren die ersten Social Media Kampagnen für Events umgesetzt. Damals noch auf studievz wurden Social Media Kampagnen umgesetzt, welche Veranstaltungen teilweise innerhalb von Tagen ausverkauften. Als Gesellschafter der SPLESCH Group, die mit den 5 operativen Unternehmen Splashline, Event Company Opitz & Hasil, KESCH, KEJOB und KESCH.digital zu den führenden Live Marketing Agenturen in Österreich gehört, hat Thomas Kenyeri bereits mehrfach den Event Award in Gold in Österreich gewonnen. Sein Wissen als Event Manager gibt er als Dozent an der FH Joanneum, als Lehrgangsleiter an der Werbeakademie Wien sowie bei diversen Kongressen und Workshops als Speaker weiter. Thomas Kenyeri gilt als Vorreiter im Bereich der Digitalisierung von Events in Österreich und gibt seit drei Jahren den mehrfach publizierten Event Trend Report heraus.

30.04.2020

Thomas Kenyeri
CVO – Chief Visionary Officer

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